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Fairer Handel

Höhere Lebensqualität erleben

 

Warum kaufen immer mehr Menschen Bioprodukte und fair gehandelte Produkte? Interessante und teilweise überraschende Antworten hierauf gibt die Otto Group Trendstudie 2013. Sehr erfreulich ist, dass 60 Prozent der Befragten ethisch korrekte Produkte kaufen, weil dies ihre Lebensqualität erhöhe. Für immer mehr Menschen bedeutet also Lebensqualität mehr als Gesundheit und materieller Wohlstand. Dazu gehört auch das Bewusstsein, einen kleinen Beitrag für mehr Gerechtigkeit und Erhalt der Lebensgrundlagen für künftige Generationen leisten zu können.

 

Mehr zu dem Thema siehe 

 

Artikel in der Bietigheimer Zeitung vom 28.09.2013

 

[Leserbrief in der Bietigheimer Zeitung vom 07.11.2013]

 

Otto Group Trendstudie 2013

 
 
Was ist Fairer Handel?

 

Die Idee des Fairen Handels entstand am Anfang der 70er Jahre: Hunger, Armut und Unterentwicklung in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas waren Auslöser für eine breite Dritte-Welt-Bewegung in Europa und Nordamerika. Dabei wurden auch die ungerechten Welthandels-Beziehungen als Ursache für die Armut im Süden und den Reichtum im Norden erkannt. Damit die Menschen in der Dritten Welt eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben erhalten, muss der globale Markt fairer werden! Aus dieser Erkenntnis heraus entstand die Weltladen-Bewegung. In den 90er Jahren gaben sich die Weltläden ein Grundgesetz: die "Konvention der Weltläden", nach denen sich die Läden und ihre Partnerorganisationen richten.

 

Einige wichtige Merkmale des Fairen Handels sind:

  • Sozial- und Umweltverträglichkeit:
    Beim Fairen Handel stehen die Menschen im Vordergrund. Dies bezieht sich jedoch nicht nur auf die Qualität der angebotenen Produkte, sondern schließt auch die soziale und ökologische Verträglichkeit im Herstellungs- und Vermarktungsprozess mit ein. Ein gutes Beispiel dafür ist der Bietigheim-Bissinger Partnerschaftskaffee "EnzKaffee" aus Peru. Das Partnerprojekt Pidecafé ist von baden-württembergischen Entwicklungshelfern und Initiativgruppen auf den Weg gebracht worden. Den Kleinbauernfamilien wird nicht nur bei der Verarbeitung und dem Export geholfen, sondern auch durch umfangreiche soziale Maßnahmen wie Lehrerfortbildung, Frauengruppen usw. Der Faire Handel half außerdem bei der Umstellung auf Bio-Produktion: eine gesunde Alternative, die den Kaffeebauern einen dauerhaften Mehrpreis für ihr Produkt bringt.
     

  • Transparenz:
    Fairer Handel schafft klare und offene Handelsbeziehungen. Weltläden legen Wert darauf, dass Zielsetzung, Organisationsstruktur, Prozesse der Entscheidungsfindung, Besitzverhältnisse, Handelswege und die Kriterien für die Auswahl ihrer Handelspartner für jedermann einsichtig sind.
     

  • Non-Profit:
    Gerade die in der Globalisierung an oberster Stelle stehende Gewinnmaximierung ist kein Ziel des Fairen Handels. Überschüsse des WeltMarkts gehen deshalb in die Unterstützung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt oder in die Bildungsarbeit vor Ort.
     

  • Kontinuität und Nachhaltigkeit:
    Die Weltläden sind auf dauerhafte Beziehungen zu ihren Produzenten aus. Die Verträge gehen meist über mehrere Jahre und bieten den Menschen vor Ort eine langfristige Sicherheit ihres Einkommens.
     

  • Organisationsform:
    Produzenten, Importorganisationen und Weltläden müssen eine ausreichende Mitbestimmung aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewährleisten. D. h., viele Weltläden sind als Vereine organisiert und die Produzenten haben sich größtenteils zu Handwerker-Kooperativen oder landwirtschaftlichen Genossenschaften zusammengeschlossen. Die Importorganisationen (auch GEPA) sind meist als GmbHs organisiert, aber auch als Non-Profit-Unternehmen.
     

  • Informations- und Bildungsarbeit:
    Gerade zu den Strukturen des Welthandels, den Produkten und Herstellern aus allen Regionen der Welt, sowie den Lebensumständen in anderen Ländern bieten die Weltläden umfassende Informationen. Im WeltMarkt gibt es regelmäßig Aktionstage und Infoveranstaltungen. Wir bieten Führungen im WeltMarkt für Schulklassen, aber auch für gerne für andere Gruppen – zu Themen des Fairen Handels oder zu einzelnen Produkten. Fragen Sie uns (Kontakt)!

 

Politik mit dem Einkaufskorb

 

Fairer Handel ist eine Idee mit Zukunft: Anstatt lange über die ungerechten Strukturen des Welthandels zu klagen, arbeiten Weltläden an einem Handel, dessen Modell für die Welt von Morgen ist: gerechter und menschenwürdiger. Mit diesem Modell leisten sie zugleich praktische Hilfe für den Süden und Aufklärungsarbeit im Norden. Denn mehr Gerechtigkeit im Welthandel wird es nur geben, wenn die Menschen hier im Norden ihr den Weg frei machen.

In den vergangenen Jahren ist diese Bewegung stetig gewachsen. Die Zahl der Weltläden steigt – und auch die der Kunden wächst stetig an. Doch die Idee der Weltläden steht erst am Anfang. Noch bleibt viel zu tun. Und das gilt nicht nur für Marktanteile bei Kaffee, Schokolade oder anderen Produkten, die es noch zu erobern gilt, sondern auch für die Informierung der Öffentlichkeit, der diese Idee noch nicht vertraut ist.

 

Denn diese Idee des Fairen Handels ist bestechend einfach – und deshalb einfach bestechend: Mit ihrem Einkauf können Verbraucher in Deutschland für eine Partnerschaft zwischen Nord und Süd ein Zeichen setzen. Sie können benachteiligte Produzenten unterstützen – ohne Entwicklungshelfer werden zu müssen. Und sie können Einfluss ausüben auf die Rahmenbedingungen des Welthandels – ohne in die Politik gehen zu müssen.

 

Weltläden und ihr Dachverband bieten dazu kontinuierlich Anlässe und Handlungsmöglichkeiten, vom täglichen Einkauf bis zu europaweiten Aktionstagen wie dem Europäischen Weltladentag.

 

In Deutschland gibt es rund 800 Weltläden und mehrere tausend kleine Aktionsgruppen, die auf Wochenmärkten oder bei kirchlichen Veranstaltungen Produkte aus Fairem Handel verkaufen. Die Waren werden von einer Reihe von Importeuren, hauptsächlich die GEPA, geliefert, die als Non-Profit-Unternehmen ebenfalls Teil der Weltladenbewegung sind. Weltläden als die Fachgeschäfte des Fairen Handels präsentieren diese Produkte und ihre Hintergründe den Verbrauchern.



Adresse und Öffnungszeiten

Hauptstr. 19

74321 Bietigheim-Bissingen

Tel.: 07142 987070

 

Mo - Fr

 

Sa

Sa im Advent

09:30 bis 13:00

15:00 bis 18:00

09:30 bis 14:00

09:30 bis 16:00

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